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Freitag, 1. August 2008

Projekt "Graffiti München"

Der Name des Projekts ist nur halbso kreativ wie das Projekt selbst, wobei ich es nicht als schlecht bezeichnen will. Im Münchener Projekt "Graffiti München" wird 100%iger Täter Opfer Ausgleich praktiziert:

"Das Projekt stifte Frieden zwischen Geschädigtem und Schädiger", sagt Brücke e.V. -Geschäftsführer Jürgen Haupt. Knapp 100 000 Euro bekam der Verein 2007 für seine Arbeit. Den Löwenanteil von rund 76 000 Euro trägt die Landeshauptstadt München."

Bei dem 2001 vom bayerischen Justizministerium, dem Sozialverein "Brücke" e.V. und dem Münchner Stadtjugendamt gestarteten Projekt schrubben jugendliche Graffiti-Sprayer den von ihren angerichteten Schaden eigenhändig weg. Halten sie durch, bleibt ihnen ein Strafverfahren erspart. Aber das gerade München mit derartig gutem Beispiel voran geht ist sehr erstaunlich. In Hamburg oder Berlin sollten entsprechende Mittel ebenso angelegt werden meine ich. Entsprechende Anlaufstellen und aktive unterstützende Vereine gibt es auch. Alles zum Projekt und der meiner Meinung nach nicht repräsentativen Studie von dem Kriminologen Heinz Schöch (Ludwig-Maximilians-Universität) im Merkur online Artikel vom 25.07.2008 [TWISTER]

Photoquelle: Merkur Online

Samstag, 26. Juli 2008

US Justiz fällt hartes Urteil

Pittsburgh´s sogenannter Graffiti King (MFONE) stand seit geraumer Zeit stark im Fokus der US Medien, jetzt hat er letzte Woche sein Urteil bekommen und somit neuer Rekord in Sachen Höchstmaß für eine Graffiti Straftat. Die amerikanische Justiz holt hier ordentlich aus: 30 Monate (2,5 Jahre) Gefängnis und 300.000US Dollar für angerichtete, angeblich nachgewiesene Schäden. Der 22jährige Daniel J.Montano wurde in 79 Fällen angeklagt, 16 davon wurden im Urteil berücksichtigt. Weiterhin wird eine 5jährige Bewährung auferlegt mit 2.500 Arbeitsstunden plus einen letztlichen Restbetrag von 232,584 US Dollar. Die städtische Polizei beschreibt Montano als den produktivsten Graffiti Sprüher des Staates. Es heisst von Pittsburg bis San Francisco sollen Schäden in Höhe von 750.000 US Dollar auf sein Konto gehen. Diese Beschreibung ("the countries most profilic graffiti writer") wurde wohl gewählt um den Druck entsprechend erhöhen zu können. Dieses Urteil bleibt trotzdem ungewöhnlich für eine gewaltfreie Straftat. Jedoch ist es eine Fortsetzung aus mehreren Urteilen in welchen ein ähnlich hohes Strafmaß durch die US Justiz gefällt wurde. Auch in England (Der Fall DPM) oder Tschechien machen die harten Urteile Schule, in England von 2 bis zu 3 Jahren Gefängnis, in Tschechien neulich möglich sogar 5 Jahre. Gute Anwälte braucht das Land [TWISTER]

via: artcrimes.org

Freitag, 27. Juni 2008

Der Fall Gary Shields (Teil 5)

Gary Shields, derjenige Writer aus Glasgow welcher für 28 Monate wegen Graffitivergehen veruteilt wurde ist jetzt wohl frei. Nachdem die Free Daze Kampagne für reichlich Wirbel gesorgt hatte kann man jetzt in einem Artikel auf Graffnews.com von der Entlassung des schottischen Writers aus dem Strafvollzug lesen. Umstände und Gründe werden aber nicht bekannt. Auch auf Evening Times, der Quellenangabe bei Graffnews zum Artikel findet man keine entsprechenden Informationen. Interessant wäre schon der Sinneswandel der schottischen Justiz bzw die Beweggründe. Was man im Internet findet sind ausschliesslich Reaktionen (meist negativ) auf die Free Daze Posterkampagne in Glasgow beispielweise. Wer dahingehend Artikel zum Thema findet (Gründe der Freilassung) kann mir diese gern mailen. Irgendwie unvorstellbar das die Vielzahl an Briefen und Reaktionen aus der ganzen Welt dazu geführt haben sollen das Gary Shields wieder auf freien Fuss ist. Was bisher geschah im Fall Shields [TWISTER]

Freitag, 9. Mai 2008

Der Fall Gary Shields (Teil4)

Nun gibt es eine Website auf der man sich zur "Free Daze" Protestaktion informieren kann und gegebenenfalls aktiv werden. Reaktionen auf die seit gut 2 Monaten andauernden Proteste gab es seitens der schottischen Justiz bisher nicht. Zur Free Daze Website [TWISTER]

Mittwoch, 23. April 2008

Der Fall Gary Shields (Teil 3)

Und weiter im Fall Gary Shields, weiterhin ohne erwähnenswerte Ergebnisse der "Free Daze" Kampagne (ILG Blog Eintrag) aber größere Medien wie der Sunday Herald veröffentlichen nun Artikel, mit Shields und dessen Vater Statements. Ein Artikel von John Bynorth auf "The Sunday Herald" beschreibt die Situation von Shields (2Jahre/4Monate Gefängnis ohne Bewährung wegen Graffiti) im Gefängnis. Und darüber hinaus ein wohl sehr großes Problem der schottischen Rechtssprechung. So wird nun der Fall Gary Shields in der schottischen Öffentlichkeit dazu genutzt, das Urteilsmaß der Justiz in Schottland neu zu beurteilen. Dafür spricht die zugegeben sehr späte Einmischung der schottischen Politik in diesen Fall. Diese meldet sich nämlich laut Bynorth und dessen Zitaten nun zu Wort und verspricht sich dem Problem anzunehmen. Shields teilt sich die Zelle seit nunmehr 2 Monaten mit einem wegen 50kg Kanabis Besitzes verurteilten Drogendealer in einem Gefängnis für Schwerverbrecher (weil alle anderen restlos überfüllt sind). Das ruft natürlich die Presse auf den Plan, es werden wiederholt Vergleiche zur Verurteilung von Dudley Halls (2 Monate Gewahrsam) oder anderen auffällig schwereren Delikten gezogen. Ob hier doch noch Gnade vor Recht ergeht bleibt abzuwarten. Der Artikel [TWISTER]

Mittwoch, 9. April 2008

Der Fall Gary Shields (Teil 2)

Am 22.März berichtete ich bereits vom Fall Gary Shields (hier lesen). Das äußerst harte schottische Urteil für einen 21jährigern Writer aus Glasgow,nämlich sage und schreibe 2 Jahre und 4 Monate Gefängnis ohne Bewährung bewegt die Gemüter. Jetzt startet eine Protest Kampagne, aufgerufen wird in den üblichen Medien, 12oz, Art Crimes etc, nicht annähernd so umfangreich wie bei "Support Ket" aber sicherlich nicht zu vergleichen denn im Gegensatz zu Alain "Ket" Maridueña sitzt Gary Shields seine Strafe in Glasgow bereits ab, ohne viel Hoffnung auf Strafminderung. Die schottischen Medien "feiern" diesen Fall seit der ersten Schlagzeile. Wer sich über diese Protest Aktion informieren möchte kann diesem Link folgen: Freedaze.co.uk [TWISTER]

Dienstag, 1. April 2008

Flusssäure Urteil rechtskräftig

Flusssäure, eine wässrige Lösung von Fluorwasserstoff. Sie riecht stechend und ist stark giftig. Ab einem Gehalt von 70% raucht Flusssäure an der Luft. Fluorwasserstoff und Flusssäure fressen sich zunächst in die Haut ohne größere sichtbare Schäden. Dabei entstehen aber in den tiefen Schichten schwere Verätzungen, Gewebe und Knochen werden angegriffen. Im Jahr 2006 kam in einem deutschen Chemiebetrieb eine tödliche Vergiftung mit Flusssäure vor. Bei einer Destillation in einem Mikrowellenofen platzte eine Flusssäureflasche aus Teflon, die Tür schlug auf und Flusssäure spritzte heraus. In diesem Moment kam ein Mitarbeiter mit kurzärmeliger Bekleidung in das Labor. Er wurde von ca. 50ml Flusssäure am Oberarm getroffen. Obwohl der Arbeiter sofort unter die Notdusche ging und vom Betriebsarzt versorgt wurde verstarb er wenige Stunden später im Krankenhaus. Eben dieses Beispiel zeigt wie gefährlich diese Lösung ist. Einige Writer wurden in den letzten Jahren wegen Besitz von Flusssäure festgenommen. Der wohl prominenteste Fall: Gabor N. und Viktor T.aus Ungarn. Diese beiden Fälle sind nun durch rechtskräftige Urteile abgeschlossen.

Wie in der "Welt" und einigen weiteren Zeitungen bekanntgegeben wurde ist der Mitte 2007 verhaftete Ungar wieder auf freiem Fuß. Zwar mit einigen (sicherlich nicht unmöglichen Auflagen) aber er ist mit der 2jährigen Bewährungsstrafe einem im Vorfeld streng prophezeiten Urteil entkommen. Tatbestand "Sachbeschädigung und das Freisetzens von Giften", sprich der Besitz und Gebrauch von Flusssäure. In der "Welt online" heisst es:

"Ein Ungar ist wegen Graffiti-Schmierereien mit Flusssäure vom Amtsgericht Tiergarten zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Wie das Gericht gestern mitteilte, muss der 23-jährige außerdem wegen Sachbeschädigung in acht Fällen insgesamt 60 gemeinnützige Arbeitsstunden in Berlin ableisten, bevor er in seine Heimat zurückkehren kann. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Gabor N. mit einem Komplizen vor zwei Jahren auf Bahnhöfen in Berlin, Nürnberg und Fürth mit der gefährlichen Flusssäure Zeichen aufgemalt hat. Beide Männer waren mit internationalem Haftbefehl gesucht worden. Das Urteil des Schöffengerichts vom Dienstag steht im Zusammenhang mit einem bereits im August 2007 verurteilten Mittäter. Viktor T., der nach einem Auslandsaufenthalt im Sommer 2007 bei der der Rückkehr nach Deutschland gefasst wurde, war vom Amtsgericht Tiergarten zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. "Die Strafe wurde im Berufungsverfahren vom Landgericht Berlin aufgehoben und zur Bewährung ausgesetzt", so Gerichtssprecherin Iris Berger. T. hatte erst im Berufungsverfahren die gegen ihn erhobenen Vorwürfe eingeräumt. Zwischen Februar und März 2006 hatten die Männer abgestellte S- und U-Bahn-Wagen in Berlin und Nürnberg zunächst mit Sprayfarbe besprüht und mit verschiedenen Schriftzügen versehen. Um in der Szene höheren "Ruhm" zu erlangen, gingen die beiden schließlich dazu über, Flusssäure zu verwenden. Der jetzt Verurteilte hatte beim Anbringen der "Tags" geholfen. Der nicht vorbestrafte Angeklagte habe sich während des Verfahrens umfassend geständig gezeigt, weshalb die Strafe schließlich für die Dauer von drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt worden sei. Anders als T. hatte sich der 23-jährige N. den Strafverfolgungsbehörden selbst gestellt. Nach Auffassung des Amtsgerichts hatte Gabor N. den Tatbestand "schwere Gefährdung durch Freisetzen von Giften" nicht verwirklicht. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Berliner Polizei ermittelte 2007 bislang in 94 Fällen wegen Sachbeschädigung und des Freisetzens von Giften."

Da Flusssäure Glas auflöst, darf sie nicht in Glasgefäßen aufbewahrt werden, ebenso einigen sich die üblichen Markerbehälter dafür nicht. [TWISTER]

Der Artikel auf "Weltonline" : Link

Samstag, 22. März 2008

Der Fall Gary Shields


Das vereinte Königreich setzt den aussergewöhnlich harten Kurs gegen Graffiti Sprüher weiter fort. Jetzt wurde ein 21jähriger schottischer Writer in Glasgow zu 2 Jahren und 4 Monaten Gefängnis verurteilt, ohne Bewährung. Wie die "Evening Times" berichtet: (Zitat)

"ein berüchtigter schottischer Graffiti Artist wurde heute mit dem höchstmöglichen schottischen Strafmaß für Vandalismus hinter Gitter gebracht. Gary Shields wurde von einem Richter (nachdem er die Strafe auf £270,000 festgesetzt hatte) für 28 Monate ins Gefängnis geschickt. Grund: Sachbeschädigung Graffiti auf Zügen und öffentlichen Gebäuden. Der 21jährige wurde im Westen Schottlands erwischt während er für seine Crew "Eazy Riders" unterwegs war.Sein Tag "Daze" sprühte er seit 2005 in Glasgow, Ayr, Paisley und Helensburgh. Doch seinen böswilligen Angriffe wurden ihm nun zum Verhängnis und er muss dafür eine Haftstrafe antreten. Die Verurteilung Shields kommt der BTP (British Transport Police) gerade recht,Chefinspektor Jim McKelvie teilt mit: "das wird hoffentlich ein Signal setzen und beweisen das Graffiti nichts anderes ist als purer Vandalismus. Dieser Mann hat sich selbst und alle Zugpassagiere in hohe Gefahr gebracht. Hier wurde zum ersten Mal gezeigt das unsere Ermittlungsarbeiten mit der Dokumentation aller illegalen Graffities und dessen Vergleiche mit allen anderen im ganzen Land sehr viel Sinn macht So konnten wir Shield seine Taten weit über Glasgows Grenzen hinaus nachweisen"

Laut der Soko Glasgow wurde Shields seit 3 Jahren beobachtet und observiert.Es ist nicht das erste Mal das man von derartig harten Strafen aus dem vereinigten Königreich hört. 2007 wurde ein Graffiti Writer für 2 Monate ins Gefängnis geschickt und dazu verdonnert £1150 zu zahlen. Der 29jährige Dudley Halls, welcher (laut Evening Times) eine mehr als 13jährige Graffiti Geschichte vorweisen kann wurde von zwei jungen Mädchen während einer illegalenAktion fotografiert und dafür ins Gefängnis geschickt. Halls ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Diese für Europa einmalige Konsequenz in der Graffiti Strafverfolgung findet nicht nur Anhänger, zum Evening Times Artikel finden sich mehrere Kommentare welche das Vorgehen der schottischen Justiz durchaus übertrieben finden. Während andere Urteile gegen Gewalttäter weitaus milder ausfallen wird hier richtig durchgegriffen. Warten wir ab wie das weiter geht, die Prioritäten in der schottischen Strafverfolgung sind meiner Meinung nach komplett auf den Kopf gestellt. [TWISTER]

EveningTimesonline:Link
Schottish Graffiti: Schottish Graffiti Blog